Erfahrungsbericht 01 – Unser erstes Kinderzimmer

Phase 1 · Vor der Geburt

Kinderbett, Kleiderschrank, Wickelkommode und noch gefühlt hundert andere Dinge. Wenn man zum ersten Mal Eltern wird, weiß man natürlich ganz genau, was man braucht. Dachten wir jedenfalls.

Von Tim Hampicke · ca. 5 Minuten Lesezeit

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Als feststand, dass wir ein Kind bekommen würden, begann irgendwann die große Frage: Was müssen wir eigentlich alles anschaffen?

Ein Bett, ein Schrank, eine Wickelkommode mit Stauraum und ein Beistellbett. Das klang zunächst überschaubar.

Bis man anfängt, im Internet nach Babymöbeln zu suchen.

Amazon und andere Shops haben nämlich die erstaunliche Fähigkeit, einem Dinge zu zeigen, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass man sie angeblich unbedingt braucht.

Dazu kamen die Ratschläge unserer Eltern. Die hatten schließlich selbst Kinder großgezogen, teilweise mit ganz anderen Möglichkeiten und deutlich weniger technischem Schnickschnack.

Und rückblickend hatten sie mit einigen Dingen durchaus recht.

Ein Kinderzimmer ohne Rosa oder Hellblau

Bei der Einrichtung waren wir uns relativ schnell einig: Wir wollten kein klassisches Jungen- oder Mädchenzimmer.

Stattdessen entschieden wir uns für Gelbtöne, Hellgrau und eine eher neutrale Gestaltung.

Das Kinderbett und der Schrank gehörten, soweit ich mich erinnere, zu einer Möbelkombination von IKEA.

Vieles konnten wir damals neu kaufen. Die Preise waren für uns noch in Ordnung, und bei einigen Anschaffungen unterstützten uns unsere Eltern.

Trotzdem mussten wir natürlich auf unser Geld achten.

Und heute, mit etwas Abstand, würde ich bei einigen Dingen definitiv anders entscheiden.

Das Kinderbett – hübsch, aber eigentlich überflüssig

Das Kinderbett gehörte für uns selbstverständlich zur Grundausstattung.

Ein Baby braucht schließlich ein Bett. Logisch.

Was wir damals nicht bedacht hatten: Nur weil man ein Kinderbett kauft, bedeutet das noch lange nicht, dass das Baby auch darin schlafen wird.

Unser Sohn jedenfalls hatte andere Vorstellungen.

Rückblickend hätten wir das große Kinderbett zunächst gar nicht gebraucht.

Dafür gab es eine andere Anschaffung, die sich als absoluter Glücksgriff herausstellte.

Das Beistellbett mit Rollen – Gold wert!

Wenn ich eine Anschaffung aus dieser Zeit sofort wieder kaufen würde, wäre es ein Beistellbett mit Rollen.

Warum?

Ganz einfach: Flexibilität.

Wenn unser Kleiner beispielsweise beim Essen auf dem Arm eingeschlafen war, konnten wir ihn vorsichtig in sein Beistellbettchen legen und anschließend in ein anderes Zimmer schieben.

Gerade in den ersten Monaten war das unglaublich praktisch.

Man musste ihn nicht ständig wieder herausnehmen und herumtragen.

Mein Fazit: Ein mobiles Beistellbett würde ich jederzeit wieder kaufen.

Unser Schreibtisch wurde zur Wickelkommode

Eine richtige Wickelkommode hatten wir ursprünglich ebenfalls auf dem Einkaufszettel.

Allerdings besaß ich noch einen relativ neuen Schreibtisch, den ich erst für meine Selbstständigkeit angeschafft hatte.

In unserer neuen Wohnung sollte das Zwischenzimmer als Büro dienen. Dort passte allerdings nur noch ein kleinerer Schreibtisch hinein.

Also bekam mein bisheriger Schreibtisch kurzerhand eine neue Aufgabe.

Er wurde zum Wickeltisch umfunktioniert.

Das sparte uns eine zusätzliche größere Anschaffung und passte zu unserer damaligen Situation.

Nicht alles musste neu sein, nur weil plötzlich ein Baby unterwegs war.

Bei solchen improvisierten Lösungen würde ich heute allerdings besonders auf Stabilität, eine geeignete Wickelfläche und die Sicherheit achten.

Das Laufgitter – zufällig entdeckt, später unverzichtbar

Auf das Laufgitter kamen wir eher zufällig.

Es stand ursprünglich gar nicht auf unserer Einkaufsliste.

Wir kauften trotzdem eines und stellten es ins Wohnzimmer.

Und was soll ich sagen? Es war perfekt für unseren Alltag.

Unser Sohn konnte darin liegen und später spielen, während wir beispielsweise etwas im Haushalt erledigten.

Man musste ihn nicht ständig auf dem Arm halten und hatte gleichzeitig einen eigenen Bereich für ihn.

Auch geschlafen hat er damals gelegentlich darin.

Mein Fazit: Für uns eine absolute Kaufempfehlung.

Der Kleiderschrank – lieber einmal richtig kaufen

Der Kinderschrank sah hübsch aus und passte natürlich wunderbar zur Einrichtung.

Aber seien wir mal ehrlich: Wie viel Platz brauchen die winzigen Kleidungsstücke eines Neugeborenen?

Am Anfang hätten vermutlich auch einige Schubladen gereicht.

Mit der Zeit änderte sich das natürlich. Die Kleidung wurde größer, die Sachen mehr und der Schrank zunehmend sinnvoller.

Deshalb mein Tipp: Wer einen Kinderschrank kauft, sollte nicht nur an die Babyzeit denken.

Lieber ein zeitloses Modell wählen, das auch mit fünf oder sechs Jahren noch ausreichend Platz bietet und zum Zimmer passt.

Sonst kauft man am Ende zweimal.

Das Schwangerschaftskissen – ein echter Allrounder

Eine Anschaffung, die sich überraschend lange bewährt hat, war unser Schwangerschaftskissen.

Ursprünglich natürlich für die Schwangerschaft gedacht, wurde es danach zu einem richtigen Allzweckkissen.

Auf der Couch, im Bett, als Stütze beim Fläschchengeben – irgendwie fand sich immer eine Verwendung.

Für uns definitiv eine sinnvolle Anschaffung, die ihren Zweck auch lange nach der Geburt erfüllte.

Wichtig ist allerdings, solche Kissen nicht als Schlafbegrenzung oder im Schlafbereich eines Säuglings zu verwenden.

Was würde ich heute anders machen?

Wenn ich heute noch einmal ein Kinderzimmer vor der Geburt einrichten müsste, würde ich vermutlich deutlich weniger auf einmal kaufen.

Nicht, weil unsere damaligen Anschaffungen grundsätzlich falsch waren.

Sondern weil sich erst im Alltag wirklich zeigt, was man braucht.

Ein großes Kinderbett kann warten. Ein Schrank sollte möglichst lange mitwachsen. Ein Beistellbett mit Rollen war für uns unglaublich praktisch. Und manchmal tut es eben auch ein vorhandenes Möbelstück – sofern es für den neuen Zweck sicher geeignet ist.

Das Wichtigste, was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe:

Ein Baby braucht kein perfekt durchgestyltes Kinderzimmer. Und Eltern müssen nicht alles besitzen, was ihnen online angeboten wird.

Manches kann man sich sparen. Manches lohnt sich wirklich. Und bei einigen Dingen stellt man das eben erst fest, wenn der kleine neue Mitbewohner eingezogen ist.


Hinweis: Dieser Artikel beschreibt meine persönlichen Erfahrungen aus der Zeit, als mein Sohn geboren wurde. Die abgebildeten Originalprodukte sind teilweise nicht mehr erhältlich. Wo ich aktuelle Alternativen vorstelle, kennzeichne ich diese entsprechend. Sie sind nicht automatisch von mir selbst getestet.